CoVID-19 Labortests – Zusatzinformationen zu Gruppenanalysen

Reisegruppen, Familien, Vereine, Organisationen, Veranstalter, etc. stehen vor der Herausforderung, eine möglichst breite Abdeckung an Labortests auf SARS-CoV2 mit einem limitierten Budget zu erzielen. Der Wiedereinstieg der Gruppentätigkeit und ihr laufender Betrieb müssen durch eine sinnvolle Testdichte begleitet werden, die dem Zweck der Gruppentätigkeit Rechnung trägt.

Gruppenanalysen sind im Gegesatz zu Einzelanalysen zwar nicht wesentlich einfacher, jedoch günstiger. Die Rachenabstrichproben einer zusammengehörenden Gruppe werden gemischt und in einem Laboransatz untersucht. Wenn keine Viren nachgewiesen werden, ist die gesamte Gruppe als negativ zu bestätigen. Ist die Gruppenuntersuchung positiv, müssen Einzeltests die infizierte(n) Person(en) der Gruppe identifizieren. So schlüssig diese Strategie klingt, so fehleranfällig ist sie in der Umsetzung. Im Folgenden weisen wir auf die aus unserer Sicht relevanten Gesichtspunkte hin:

Gruppenuntersuchungen - Information

1. Technik der Abstrichnahme: Beim Rachenabstrich handelt es sich letztlich um eine ärztliche Leistung. Kenntnisse der Anatomie wie auch der Erkrankungen im Nasen-, Mund- und Rachenbereich sind ebenso wichtig wie eventuelle mündliche Fragen zu Themen, die im vorab ausgefüllten Anamneseblatt nicht klar geworden sind. Ein unzureichend abgenommener Abstrich führt auch zu einem falsch negativen oder zumindest zu schwach positiven Befund.

2. Asservierung des Ausgangsmaterials: Es ist in weiterer Folge essentiell, ausreichend Ausgangsmaterial für den Fall einer Nach-Testung aufzubewahren. Das betrifft sowohl die Aufschlüsselung einer positiven Gruppe als auch die Wiederholung bei technischen Problemen während der Testdurchführung.

3. Auswahl der Labormethode: SARS-CoV2 wird mittels der molekulargenetischen Methode PCR (engl. Polymerase Chain Reaction) nachgewiesen. Diese ist eine der sensitivsten und genauesten Methoden für diesen Zweck. Laut unseren Erfahrungen können pro Abstrich 500 Viren, oft sogar nur 100, nachgewiesen werden.

4. Sensitivität der Labormethode: Je geringer die zu untersuchende Substanz in der Probe vorliegt oder je weniger die Methode imstande ist, kleine Substanzmengen zu erkennen, desto schwieriger wird es, aus mehreren Proben einen schwach positiven Fall zu identifizieren.

5. Anzahl der Personen pro Gruppe: Je mehr Proben Personen zusammengeführt werden, desto mehr wird das Virus verdünnt.

6. Verhältnis der Personen einer Gruppe zueinander: Wir raten davon ab, Personen, die vor und/oder nach der PCR-Untersuchung physisch miteinander nichts zu tun haben, in einer Gruppe zusammenzufassen. Die Personen sollten zum Beispiel in einem gemeinsamen Haushalt leben oder sich einen Arbeitsplatz teilen. Als Anhaltspunkt dafür kann die Regel von < 1,5 Meter Abstand von > 15 Minuten Dauer herangezogen werden.

7. Validierungsstatus der Labormethode: Alle eingesetzten Labortests sind auf Untersuchungen von nur einzelnen Proben zugelassen. Das bedeutet, daß Pools in jedem Fall laborinterne Weiterentwicklungen darstellen, für die es klare Validierungsregeln gibt. Jedes Labor muß die Grenze der Personen definieren, die zusammengeführt untersucht werden können.

8. Gesetzliche und regulatorische Auflagen: Die Gruppenanalysen sind in der Fachwelt und bei den Behörden innerhalb und zwischen verschiedenen Ländern umstritten. Allgemein akzeptiert wird das Pooling in Fällen von Ressourcenknappheit, vor allem der Verfügbarkeit von Reagenzien. Auch der Einsatzzeitpunkt ist relevant. So wird beim Screening gesunder Personen das Pooling eher sinnvoll sein als bei der Rekonstruktion und Kontaktverfolgung eines positiven Falles. Das Kostenargument ist im österreichischen System sekundär.

9. Maßnamenumfeld: Die PCR ist nur ein Teil der Maßnahmen. Die Beachtung der Hygieneregeln ist unbedingt notwendig. Optimalerweise beschränkt sich die Interaktion im Anschluß auf diese oder eine größere ähnliche Gruppe an Personen.

10. Ärztliche Interpretation: Die medizinische Freigabe hat den Hinweis auf eventuelle Schwächen der Methode und der Notwendigkeit für Wiederholungsuntersuchungen zu beinhalten.

Was ist bei Gruppenuntersuchungen zu beachten ?

Im Privatbereich sind Treffen mit Familie und Freunden natürlich vorrangig. Dabei sind wir der Auffassung, dass nicht alle Personen alle Tests benötigen. Zu allererst ist zwischen gefährdeten und gefährdenden Personen zu unterscheiden. So sind Erwachsene, die bereits wieder in den Berufsalltag zurückkehren und regelmäßig (auch geschützten) Kontakt mit anderen Personen haben sowie in Bälde auch Schulkinder einem höheren Risiko ausgesetzt als Personen, die weiterhin im Home-Office arbeiten. Auf der anderen Seite sind gefährdete Personen, wie zum Beispiel Großeltern, die die Heimquarantäne ohne wesentlichen Außenkontakt diszipliniert befolgt haben, wahrscheinlich weniger gefährlich, jedoch besonders gefährdet. Wir gewichten diese Risiken und empfehlen -anhand einer so genannten Matrix- unterschiedliche Testkombinationen, um mehr Sicherheit für den privaten Alltag zu erzeugen.

Was genau ist CoVID-19 ?

CoVID steht für coronavirus infectious disease (Coronavirus Infektionserkrankung) aus dem Jahr 2019. Sie wird durch eine Infektion mit dem Virus Severe acute respiratory distress syndrome-causing corona virus 2, abgekürzt SARS-CoV2, verursacht. Letzteres hieß früher neuartiges Coronavirus (nCoV). Da das Virus bevorzugt über die Atemwege eintritt, ist die Übertragung über Tröpfchen besonders wichtig. Wenn Tröpfchen auf andere Oberflächen gelangen, zum Beispiel die Hände, kann es nach Berührung der Schleimhäute auch zu Schmierinfektionen kommen. Es kommt neben allgemeinen Krankheitssymptomen wie Fieber und Abgeschlagenheit u.a. zu Lungenproblemen, Durchfall oder Herzbeschwerden. Das Gefährliche bei der Erkrankung ist, dass es zur Zeit keine vorbeugende Impfung und keine spezifische Therapie gibt. Bis eine solche verfügbar ist, müssen Hygieneregeln beachtet werden. Ein weiterer Baustein sind Laboruntersuchungen, ob das SARS-CoV2 im oberen Atmungstrakt (vor allem dem Rachen) vorhanden ist und ob der Körper nach einer durchgemachten Infektion eine Immunantwort aufgebaut hat.

Welche Labortests werden eingesetzt ?

Zum Nachweis einer aktuell bestehende Infektion (mit oder ohne Symptome) verwendet man eine molekulargenetische Untersuchung. Man weist das Virus selbst im Rachenabstrich nach. Die Methode nennt man RT-PCR (Real Time- Polymerase Chain Reaction). Sie kann kleinste Mengen des Virus‘ spezifisch nachweisen und gilt als Goldstandard für den direkten Erregernachweis.

Zur Bewertung, ob der Körper eine Immunantwort ausgebildet hat, bestimmt man so genannte Antikörper (auch genannt Immunglobuline, Ig). Ihre Aufgabe ist es, bei der Elimination des Virus zu helfen. Man unterscheidet die Klassen IgM und IgA für eine frühe Antwort des Immunsystems auf die Infektion von IgG als Marker der späten Antwort. Wir glauben, daß IgA genauer als IgM ist. Man benötigt die zellfreien Bestandteile Ihres Bluts, welches man am besten durch eine reguläre venöse Blutabnahme aus Ihrem Unterarm gewinnt.

Welche Ergebnisse kann man erwarten ?

RT-PCR: Negativ bedeutet, daß SARS-CoV2 in diesem Abstrichmaterial nicht existiert. Ein Schwellenwert von -je nach Testsystem- 20-240 Viren pro Abstrich ist zu berücksichtigen. Im Zweifelsfall sollte man die Untersuchung innerhalb von 24 Stunden wiederholen. Positiv bedeutet, daß eine Infektion mit SARS-CoV2 vorliegt. Diese Diagnose muss der Behörde gemeldet werden. Es wird eine infektiologische Betreuung organisiert.

Antikörpertest: Negativ bedeutet, daß Sie entweder nie mit SARS-CoV2 infiziert waren oder Ihr Körper keine Antikörper gegen eine Infektion mit SARS-CoV2 ausgebildet hat. Positiv bedeutet, daß Sie in Vergangenheit mit SARS-CoV2 infiziert waren. Unserer Erfahrung nach geben fast alle positiven PatientInnen bei genauer Befragung Symptome an, wobei diese bereits Anfang Jänner 2020 bestanden haben können. Eine Vollausprägung einer Immunität ist auch bei bestätigten Infektionen nicht immer gegeben. Oft empfehlen wir deshalb Verlaufskontrollen.

Wie viele Personen der Bevölkerung sind aktuell infiziert bzw. waren infiziert ?

Laut Studien mittels RT-PCR und unseren Beobachtungen aus dem Alltag liegt die Infektionsrate aktuell bei 0,5-1,0%. Wir können bei 10% der getesteten Personen Antikörper nachweisen.

Wie genau sind die Tests ?

Die RT-PCR ist sehr genau und sehr empfindlich (99%). Man verwendet Kontrollmaterial, anhand dessen man beurteilen kann, ob der Nachweis der Virusgene technisch funktioniert hat. Eine Fehlerquelle ist eine unzureichende Probenabnahme. Hier gibt es Abstrichtechniken, die auch diese Gefahr minimieren. Dennoch sollte man zur Sicherheit, vor allem bei Bestehen von Symptomen oder Kontakt zu einer Person mit Verdacht auf CoVID-19, bei einem negativen Ergebnis die Untersuchung wiederholen.

Die genauen Zahlen zur Genauigkeit und Empfindlichkeit der Antikörpertests sind erst in Erforschung. Laut wissenschaftlichen Publikationen liegt der Anteil an positiven Ergebnissen, die in Wirklichkeit nicht auf SARS-CoV2 zurückzuführen sind, in der Allgemeinbevölkerung bei 12%. Wichtig ist dabei die klinische Anamnese und Interpretation durch auf dieses Thema spezialisierte FachärztInnen, welche die Aussagekraft erhöhen können. Wir erwarten die Ergebnisse weiterer Studien in naher Zukunft.

Wen können wir testen ?

Personen jeden Alters können getestet werden. Zum Einsatz kommen ein Rachenabstrich, eine Blutabnahme aus der Unterarmvene und – seltener – eine kapilläre Blutabnahme aus der Fingerbeere

Was ist bei Grenzüberschreitungen zu beachten?

Bei der Einreise nach Österreich ist an der Grenze (bzw. am Flughafen) eine schriftliche Bestätigung abzugeben, dass eine sofortige 14-tägige Heimquarantäne eigenverantwortlich eingehalten wird. Prinzipiell kann diese behördlich kontrolliert werden. Diese Heimquarantäne kann durch einen negativen PCR-Test jederzeit durchbrochen werden. Unser Befund ist mitzuführen, falls es zur polizeilichen Kontrolle kommt. Alternativ kann bei der Einreise ein ärztliches Attest in deutscher oder englischer Sprache vorgelegt werden, das Ihre Infektionsfreiheit belegt.

Bei der Ausreise aus Österreich müssen die gesetzlichen Bestimmungen des Nachbarlandes beachtet werden. Sie können unseren Befund vorlegen. Für Ausreisen nach Italien und Tschechien holen wir gerade Informationen für den Grenzübertritt ein.

Was kostet ein Test?

RT-PCR: Der direkte Virusnachweis mittels RT-PCR kostet € 166,73. Die Machbarkeit von Gruppenanalysen (Pools) ist gerade in Erprobung.

Antikörpertest: Die Bestimmung von IgA und IgG kostet zusammen € 51,24

Schnelltest: Die Durchführung eines Schnelltests kostet € 25,14

Wie lange dauert es durchschnittlich, bis ein Testergebnis vorliegt?

RT-PCR: 24 Stunden

Antikörpertest: 48-72 Stunden

Schnelltest: 20 Minuten

Wie läuft das Testverfahren ab ?

Um zu einem Laborbefund zu gelangen, müssen Sie folgende Schritte befolgen:

  1. Kontaktaufnahme mit unserem Labor
  2. Ausfüllen und Rückübermittlung eines klinischen Fragebogens
  3. Testauswahl und Terminvergabe
  4. Probenabnahme
  5. Laboruntersuchung
  6. Befunderstellung, inklusive Interpretation durch den Facharzt
  7. Befundübermittlung
  8. Rechnungslegung
Wo findet die Probenentnahme statt ?

Möglichkeit 1 Die Probenentnahme erfolgt an unserem Standort in

Speckbacherstraße 23
A-6020 Innsbruck

wochentags zu den vorgegebenen Terminen zwischen 16.30 und 19 Uhr.

Möglichkeit 2 Auch Ihre Ärztin/Ihr Arzt kann die Proben entnehmen und diese zu uns einsenden.

Möglichkeit 3 Wir kommen bei Bedarf auch zu Ihnen, um die Probennahme durchzuführen. Wir verrechnen dafür eine Pauschale.