CoVID-19 Labortests – Information für Arbeitgeber

Das Speziallabor Wick führt auf Wunsch betriebliche CoVID-19 Tests („Corona-Tests“) durch. Auf dieser Seite finden Sie sämtliche Informationen dazu.

Was genau ist CoVID-19 ?

CoVID steht für coronavirus infectious disease (Coronavirus Infektionserkrankung) aus dem Jahr 2019. Sie wird durch eine Infektion mit dem Virus Severe acute respiratory distress syndrome-causing corona virus 2, abgekürzt SARS-CoV2, verursacht. Letzteres hieß früher neuartiges Coronavirus (nCoV). Da das Virus bevorzugt über die Atemwege eintritt, ist die Übertragung über Tröpfchen besonders wichtig. Wenn Tröpfchen auf andere Oberflächen gelangen, zum Beispiel die Hände, kann es nach Berührung der Schleimhäute auch zu Schmierinfektionen kommen. Es kommt neben allgemeinen Krankheitssymptomen wie Fieber und Abgeschlagenheit u.a. zu Lungenproblemen, Durchfall oder Herzbeschwerden. Das Gefährliche bei der Erkrankung ist, dass es zur Zeit keine vorbeugende Impfung und keine spezifische Therapie gibt. Bis eine solche verfügbar ist, müssen Hygieneregeln beachtet werden. Ein weiterer Baustein sind Laboruntersuchungen, ob das SARS-CoV2 im oberen Atmungstrakt (vor allem dem Rachen) vorhanden ist und ob der Körper nach einer durchgemachten Infektion eine Immunantwort aufgebaut hat.

Welche Tests werden eingesetzt ?

Zum Nachweis einer aktuell bestehende Infektion (mit oder ohne Symptome) verwendet man eine molekulargenetische Untersuchung. Man weist das Virus selbst im Rachenabstrich nach. Die Methode nennt man RT-PCR (Real Time- Polymerase Chain Reaction). Sie kann kleinste Mengen des Virus‘ spezifisch nachweisen und gilt als Goldstandard für den direkten Erregernachweis.

Zur Bewertung, ob der Körper eine Immunantwort ausgebildet hat, bestimmt man so genannte Antikörper (auch genannt Immunglobuline, Ig). Ihre Aufgabe ist es, bei der Elimination des Virus zu helfen. Man unterscheidet die Klassen IgM und IgA für eine frühe Antwort des Immunsystems auf die Infektion von IgG als Marker der späten Antwort. Wir glauben, daß IgA genauer als IgM ist. Man benötigt die zellfreien Bestandteile Ihres Bluts, welches man am besten durch eine reguläre venöse Blutabnahme aus Ihrem Unterarm gewinnt. Man erhofft sich eine effizientere Abklärung eienr bestehenden Infektion mittels eines Antigen-Tests, der aufgrund seiner rascheren Abwicklungszeit auch als „Schnelltest“ bezeichnet wird. Seine Stärken und Schwächen beschreiben wir auf einer eigenen Seite.

Eine innovative Möglichkeit nachzuweisen, ob eine CoVID-19 einen schweren Verlauf nehmen kann oder nicht, ist die Bestimmung von entzündungsfördernden Botenstoffen (proinflammatorische Zytokine), die im Blut zirkulieren. Auch sie können in einer Blutprobe des peripheren venösen Bluts gemessen werden. Ihre Rolle ist in der frühen und der späten Phase der CoVID-19 im Großenu nd Ganzen gegensätzlich, weshalb uns die medizinische Interpretation besonders wichtig erscheint.

Welche Ergebnisse kann man erwarten ?

RT-PCR: Negativ bedeutet, daß SARS-CoV2 in diesem Abstrichmaterial nicht existiert. Ein Schwellenwert von -je nach Testsystem- 20-240 Viren pro Abstrich ist zu berücksichtigen. Im Zweifelsfall sollte man die Untersuchung innerhalb von 24 Stunden wiederholen. Positiv bedeutet, daß eine Infektion mit SARS-CoV2 vorliegt. Diese Diagnose muss der Behörde gemeldet werden. Es wird eine infektiologische Betreuung organisiert.

Antikörpertest: Negativ bedeutet, daß Sie entweder nie mit SARS-CoV2 infiziert waren oder Ihr Körper keine Antikörper gegen eine Infektion mit SARS-CoV2 ausgebildet hat. Positiv bedeutet, daß Sie in Vergangenheit mit SARS-CoV2 infiziert waren. Unserer Erfahrung nach geben fast alle positiven PatientInnen bei genauer Befragung Symptome an, wobei diese bereits Anfang Jänner 2020 bestanden haben können. Eine Vollausprägung einer Immunität ist auch bei bestätigten Infektionen nicht immer gegeben. Oft empfehlen wir deshalb Verlaufskontrollen.

Wie viele Personen der Bevölkerung sind aktuell infiziert bzw. waren infiziert ?

Laut Studien mittels RT-PCR und unseren Beobachtungen aus dem Alltag liegt die Infektionsrate aktuell bei 0,5-1,0%. Wir können bei 10% der getesteten Personen Antikörper nachweisen.

Wie genau sind die Tests ?

Die RT-PCR ist sehr genau und sehr empfindlich (99%). Man verwendet Kontrollmaterial, anhand dessen man beurteilen kann, ob der Nachweis der Virusgene technisch funktioniert hat. Eine Fehlerquelle ist eine unzureichende Probenabnahme. Hier gibt es Abstrichtechniken, die auch diese Gefahr minimieren. Dennoch sollte man zur Sicherheit, vor allem bei Bestehen von Symptomen oder Kontakt zu einer Person mit Verdacht auf CoVID-19, bei einem negativen Ergebnis die Untersuchung wiederholen.

Die genauen Zahlen zur Genauigkeit und Empfindlichkeit der Antikörpertests sind erst in Erforschung. Laut wissenschaftlichen Publikationen liegt der Anteil an positiven Ergebnissen, die in Wirklichkeit nicht auf SARS-CoV2 zurückzuführen sind, in der Allgemeinbevölkerung bei 12%. Wichtig ist dabei die klinische Anamnese und Interpretation durch auf dieses Thema spezialisierte FachärztInnen, welche die Aussagekraft erhöhen können. Wir erwarten die Ergebnisse weiterer Studien in naher Zukunft.

Was bedeuten die Ergebnisse für meinen Betrieb?

Die Aussagekraft der einzelnen Tests und deren Kombinationen ist unterschiedlich. Keine Laboranalyse ist 100% treffsicher. Dennoch entwickeln wir ein zunehmendes Verständnis der Einsatzfähigkeit der Labortests. Gemeinsam mit den behördlich verordneten Verhaltensmaßnahmen kann eine Laboruntersuchung die individuelle und die kollektive Sicherheit so weit erhöhen, dass Ihre Geschäftstätigkeiten wieder aufgenommen werden können.

Wen können wir testen ?

Personen jeden Alters können getestet werden. Zum Einsatz kommen ein Rachenabstrich, eine Blutabnahme aus der Unterarmvene und – seltener – eine kapillare Blutabnahme aus der Fingerbeere

Was versteht man unter Gruppenanalysen (Pooling)?

Gruppenanalysen (engl. sinngemäß Poolings) sind nur für Rachenabstriche, nicht jedoch für Serumproben vorgesehen. Dabei ist es möglich, Abstrichmaterial von bis zu 5 Personen nach der Entnahme zusammenzuführen und gemeinsam in einem einzigen Schritt mittels RT-PCR zu untersuchen. Fällt dieser Gesamttest negativ aus, werden alle darin zusammengeführten Personen als negativ für das Vorliegen auf SARS-CoV2 diagnostiziert. Gibt es ein positives Resultat, werden die Ursprungsmaterialien einzeln nach-getestet, um die positiven Personen dieser Gruppenanalyse zu identifizieren.

Vorteile von Pools: Der Ansatz erlaubt einen sparsameren Ressourceneinsatz.
Nachteile des Pools: Die Empfindlichkeit des Tests, also seine Fähigkeit, schwach positive Fälle mit geringer Viruslast zu identifizieren, ist gegenüber Einzeltests geringer.

Wir empfehlen Pools deshalb nur bei Personen ohne Symptome und ohne Risikokonstellationen!

Was ist bei betrieblichen Gruppenuntersuchungen zu beachten?

Im Arbeitsleben gibt es drei Situationen von Zusammenkünften bzw . Zusammentreffen von Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben:

  1. Einmalige wichtige Meetings, die nicht digital abgehalten werden können
  2. Zusammentreffen von Arbeitsgruppen
  3. Kundenkontakte

Dabei sind wir der Auffassung, dass nicht alle Personen alle Tests benötigen. Zu allererst ist zwischen gefährdeten und gefährdenden Personen zu unterscheiden. So sind zum Beispiel Personen mit Kundenkontakt labordiagnostisch anders zu betreuen als jene, die in Sekretariaten oder Großraumbüros arbeiten. Neben der Steuerung bei der wiederkehrenden Auswahl der ProbandInnen kann man durch Pooling-Analysen Effizienzsteigerungen erzielen. Wir gewichten diese Risiken und empfehlen -anhand einer so genannten Matrix- unterschiedliche Testkombinationen, um mehr Sicherheit für den Arbeitsalltag zu erzeugen.

 

Was ist bei Grenzüberschreitungen zu beachten?

Bei der Einreise nach Österreich ist an der Grenze (bzw. am Flughafen) eine schriftliche Bestätigung abzugeben, dass eine sofortige 14-tägige Heimquarantäne eigenverantwortlich eingehalten wird. Prinzipiell kann diese behördlich kontrolliert werden. Diese Heimquarantäne kann durch einen negativen PCR-Test jederzeit durchbrochen werden. Unser Befund ist mitzuführen, falls es zur polizeilichen Kontrolle kommt. Alternativ kann bei der Einreise ein ärztliches Attest in deutscher oder englischer Sprache vorgelegt werden, das Ihre Infektionsfreiheit belegt.

Bei der Ausreise aus Österreich müssen die gesetzlichen Bestimmungen des Nachbarlandes beachtet werden. Sie können unseren Befund vorlegen. Für Ausreisen nach Italien und Tschechien holen wir gerade Informationen für den Grenzübertritt ein.

Was kostet ein Test?

RT-PCR: Der direkte Virusnachweis mittels RT-PCR kostet € 166,73. Die Machbarkeit von Gruppenanalysen (Pools) ist gerade in Erprobung.

Antikörpertest: Die Bestimmung von IgA und IgG kostet zusammen € 51,24.

Schnelltest: Die Durchführung eines Schnelltests kostet € 25,14.

Zytokintest: Pro Zytokinbestimmung verrechnen wir € 25,00. Bis zu vier Zytokine können gemessen werden (also € 100,00).

Wie lange dauert es durchschnittlich, bis ein Testergebnis vorliegt?

RT-PCR: 4-18 Stunden

Antikörpertest: 2 mal pro Woche

Antikörper-Schnelltest: 20 Minuten

Zytokintest: 1 mal pro Woche

Wie läuft das Testverfahren ab ?

Um zu einem Laborbefund zu gelangen, müssen Sie folgende Schritte befolgen:

  1. Kontaktaufnahme mit unserem Labor
  2. Ausfüllen und Rückübermittlung eines klinischen Fragebogens, einer Befundübermittlungszustimmung und eines Anforderungsformulars
  3. Testauswahl und Terminvergabe
  4. Probenabnahme
  5. Laboruntersuchung
  6. Befunderstellung
  7. Befundübermittlung, inklusive Interpretation durch den Facharzt
  8. Rechnungslegung
Wer erhält das Ergebnis?

Das Ergebnis wird als medizinische Leistung prinzipiell dem/r ProbandIn übermittelt, der/dem auch die weitere Informationsübermittlung obliegt.

Wo findet die Probenentnahme statt ?

Möglichkeit 1     Die Probenentnahme erfolgt an unserem Standort in

Schöpfstraße 19a
A-6020 Innsbruck

wochentags zu den vorgegebenen Terminen zwischen 08:00 und 10:00 Uhr oder 16.30 und 19 Uhr.

Möglichkeit 2     Auch Ihre Betriebsärztin / Ihr Betriebsarzt kann die Proben entnehmen und diese zu uns einsenden.

Möglichkeit 3     In bestimmten Fällen entnehmen wir die Proben auch bei Ihnen im Betrieb.